„Welt zum Staunen“ - Das Experiment Kalltalgemeinschaft

 

Kunstausstellung im Junkerhaus lässt die Kölner Progressiven in Simonskall/Hürtgenwald lebendig werden.

 Simonskall. Der Ort Simonskall in der Gemeinde Hürtgenwald wird im Jahr 2008 vierhundert Jahre alt. Diesen Anlass wählte der Kunstverein „Höhenart Hürtgenwald“, unterstützt von der Konejung Stiftung Kultur, um an authentischer Stelle im „Junkerhaus“ in Simonskall an eine wichtige Episode im Kunstleben der rheinischen Moderne zu erinnern. Bei der Kalltalgemeinschaft handelt es sich um einen Zusammenschluss Kölner Künstler, sowie deren künstlerisches Werk im Junkerhaus Simonskall zwischen 1919 und 1921.

 Zur Eröffnungsveranstaltung in der vollbesetzten Marienkapelle ließen Festredner aus nah und fern sowie Vertreter (Enkel, Großnichte) aus der dritten Generation der Kalltalgruppe, Menschen und Zeit der Kalltalgemeinschaft lebendig werden. Nach der Begrüßung durch Initiator Franz Tiedtke und dem 1. Vorsitzenden des Kunstvereins „Höhenart Hürtgenwald“, Bürgermeister Axel Buch, zogen die Kölner Künstlerin Maf Räderscheidt, Schirmherrin Angie Littlefield aus Kanada, Großnichte von Angelika Hoerle und Prof. Dr. Gertrude Cepl-Kaufmann aus Düsseldorf die interessierte Zuhörerschaft mit ihren Vorträgen in den Bann jener Zeit.

Die  Ausstellung zeigt ca. 60 Exponate – Bücher, Mappenwerke, Grafik, Zeichnungen und Aquarelle sowie biographische Dinge, die das Wirken der 1919 noch unbekannten Kölner Künstler dokumentieren. Diese programmatische Auswahl macht deutlich, dass neben der kunsthistorischen Sichtweise auf eine Phase der späteren Kölner Progressiven ein besonderer Schwerpunkt auf die biographischen Bezüge und Zusammenhänge der Kalltalgemeinschaft gelegt wird. Denn alle genannten Künstler waren von 1919 bis 1921 zu irgendeinem belegten Zeitpunkt in Simonskall oder standen in engen Beziehungen zu der Gruppe der Kalltalkünstler.

 Einen weiteren Höhepunkt setzt der bekannte Graphiker und Druckexperte Professor Walther Dohmen (Langerwehe), wenn er am Sonntag, den 4. Mai 2008, von 11.00 bis 15.00 Uhr, im Junkerhaus unter Zuhilfenahme Original-Druckstöcke aus dem Kreis der Kalltalgemeinschaft eine fachmännische Demonstration des Druckvorgangs vornimmt. Auf diese Weise wird den Besuchern das konkrete Druckverfahren zur Anschauung gebracht, wie man es sich 1919 bei dem Druck von „Welt zum Staunen“ vorzustellen hatte. (AVL)

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