Annäherung an die Kunst der Moderne

Di, 14. Jul. 2009
Dürener Nachrichten / Lokales / Seite 12

von Anneliese Lauscher

Zahlreiche Holzschnitte, Lithographien und Radierungen aus der Sammlung Gast sind im Junkerhaus in Simonskall zu sehen.

Hürtgenwald-Simonskall. Schätze beherbergt derzeit das Junkerhaus in Simonskall: „Die Moderne auf Papier“, so lautet der Titel der Ausstellung, die am Sonntag eröffnet wurde. Holzschnitte, Lithographien und Radierungen werden gezeigt, Werke bekannter Künstler wie Christian Rohlfs, Käthe Kollwitz, Max Liebermann, Ernst Barlach oder Ernst Ludwig Kirchner sind dabei.

Mit großer Freude eröffnete Franz Tiedtke vom Verein „Höhenart Hürtgenwald“ die Ausstellung. Die Werke, allesamt Leihgaben aus der graphischen Sammlung Gast, zeigen einen Querschnitt des Schaffens moderner Künstler. „Kunst gehört in die Öffentlichkeit“, meinte Franz Tiedtke, der dem Sammler P. Gast mit herzlichen Worten dankte für die „selbstlos-noble Geste“, diese Arbeiten zur Verfügung zu stellen.

Ein weites Feld…

In seinem „Versuch einer Annäherung an die Kunst der Moderne“ erläuterte Tiedtke zunächst, dass der Begriff „Moderne“ ein geheuer weites Feld umfasse. Er umriss die Entwicklung der Malerei des vergangenen Jahrhunderts und wies besonders auf Repräsentanten des Expressionismus hin, die in dieser Ausstellung vertreten sind: Erich Heckel und Karl Schmitt-Rotluff sowie Cornelius Guillaume van Beverloo. Es gebe eine unübersichtliche Vielzahl von Stilrichtungen, fügte er hinzu und wünschte viel Freude beim Betrachten.

Peter Pekart, der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Hürtgenwald, übermittelte Grüße und den Dank des Bürgermeisters; er bedankte sich für das Engagement des Vereins „Höhenart“, der diese außergewöhnliche Ausstellung ermöglicht, und wünschte allen Gästen einen schönen Kunstnachmittag.

Viel gibt es zu sehen, man sollte Muße mitbringen, um die Bilder auf sich wirken zu lassen. Das Beuys-Plakat zum Beispiel, das in verkleinerter Form auf den Einladungen abgedruckt ist, hängt hier im Original und handsigniert. Es diente 1980 als Werbung für eine Ausstellung in Karlsruhe und zeigt einen vom Wind zerzausten Baum – oder ist es vielleicht doch ein Mensch? Erich Heckels Gesicht einer schlafenden Frau zieht die Blicke auf sich, mit wenigen Linien ist der Ausdruck von Anmut und Weichheit gelungen.

Bis zum 6. September

Eine Farblithografie von Bruno Bruni aus dem Jahre 1935 begegnet dem Besucher, nachdem er die Treppe hinauf gegangen ist. Sie ist unvollendet, zeigt eine Person ganz im Stil der Renaissance-Maler, die einen roten Turban trägt und ein Gewand, das viele Falten wirft und dessen rötliche und erdige Farben auffallen – und einen Engel, eine zarte Gestalt, von der etwas Frommes und Unirdisches ausgeht.

Diese auffälligen Werke und andere Lithographien und Graphiken von Bernard Buffet, von Otto Dix oder Mimmo Paladino zeugen von Kreativität und Vielfalt. Sie können noch bis zum 6. September betrachtet werden. Die Öffnungszeiten: Sonn- und feiertags von 12 bis 18 Uhr, mittwochs und samstags von 15 bis 18 Uhr. (ale)

Öffnet einen internen Link im aktuellen Fensterzurück

WillkommenKonzeptionAusstellungenFotogalerieJunkerhausKalltalgemeinschaftLinksPresseberichte
ImpressumBildnachweis