Simonskaller Bilderbogen




Vor den offiziellen Jubiläumsfeierlichkeiten in längst vergangene Zeiten tauchen – Gelungene Foto-Retrospektive im Junkerhaus lässt das halbe 19. Jahrhundert lebendig werden.

 

Simonskall. „Aus Simonskaller Fotoalben“  heißt die Fotoausstellung, die aktuell die in diesen Tagen beginnenden Feierlichkeiten zum 400. Geburtstag von Simonskall einleitet. „400 Jahre Simonskall – Zeit und Gelegenheit also einmal innezuhalten und zurückzuschauen, wie es früher hier ausgesehen hat und wer die Menschen waren, die hier einst gelebt haben“, so Franz Tiedtke, Mitinitiator und die gute Seele des Kunstvereins HöhenArt bei der Eröffnungsveranstaltung im Junkerhaus. Hürtgenwalds Bürgermeister Axel Buch, der auch Vorsitzender des Kunstvereins HöhenArt ist, freute sich über die Ausstellung, die ein gelungener Auftakt der Jubiläumsfeierlichkeiten sei.

Gezeigt werden ca. 160 digital aufbereitete Schwarzweiß – Fotografien aus den Jahren 1890 bis 1950. Dank der ersten Touristen, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts – kurz nach der Erfindung der Fotografie – nach Simonskall kamen und eine Rollfilmkamera im Gepäck hatten, um ein paar Erinnerungsfotos mitzunehmen, kann die Ausstellung dokumentarische, deshalb aber nicht weniger ästhetische Aufnahmen präsentieren. Aber auch die Simonskaller selbst haben alles festgehalten, was ihnen lieb und teuer oder sonst wie wertvoll und wichtig erschien. Auf diese Weise sind im Laufe der Zeit eine ansehnliche Menge interessanter Fotografien zusammen gekommen, die das Leben der Menschen dieser kleinen Eifelortschaft in fast allen Lebenslagen anschaulich wiederspiegeln. Doch die Zeit, die bekanntlich vor nichts halt macht, hat auch den alten Fotos, die schon durch unzählige Hände gegangen sind, arg zugesetzt und deutliche Spuren der Alterung darauf hinterlassen. Mitinitiator  Franz Scholl digitalisierte die vielen historischen Fotografien und bearbeitete sie in mühevoller Kleinarbeit am PC. Dabei legte er besonderen Wert auf die Wahrung des originalen Charakters. So gelingt der Ausstellung nicht nur einen interessanten zeitgeschichtlichen, sondern manchmal auch einen sehenswert poetischen Einblick in das damalige Leben von Simonskall. Dass die vielen unterschiedlichen Aufnahmen chronologisch eingeordnet werden konnten, verdankt die Ausstellung den zwei noch lebenden Vertretern jener Generation. Dank der Mithilfe und des guten Erinnerungsvermögen von Lissa Nießen (83 J.) und Willi Scholl (80 J.) konnten sowohl Anlass und Zeitpunkt der meisten Fotos genau angegeben, als auch die Namen der abgebildeten Personen richtig benannt werden, wodurch ihr dokumentarischer Wert deutlich erhöht wurde.

Die Ausstellung, die noch bis zum 14. September im Junkerhaus, Simonskall zu sehen ist, wird vom Arbeitskreis „400 Jahre Simonskall“ und der HöhenArt Hürtgenwald veranstaltet. Öffnungszeiten sind sonn- und feiertags von 12 bis 18 Uhr sowie mittwochs und samstags von 15 bis 18 Uhr.  (avl)

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