
Gemälde von Bettina Groos bestechen durch fein abgestufte Abstraktion und Farbigkeit. Ausstellung im Simonskaller Junkerhaus
Simonskall. Trotz Fußball WM kamen zur Eröffnung der Ausstellung «Farbwelten» von Bettina Groos zahlreiche Besucher ins Junkerhaus Simonskall, die der Kunst den Vorrang gaben und dafür mit exquisiten Sinnesfreuden belohnt wurden.
Die im heimeligen Ambiente des Junkerhauses dargebotene Malerei der Jülicher Künstlerin, garniert mit virtuosem Klarinettenspiel ihrer Tochter Katharina, war ein künstlerisches Spitzenmenü der Extraklasse, das zum Genießen und Verweilen einlud und so verabschiedeten sich denn auch die letzten Gäste erst bei Schließung des Hauses.
Natur und Landschaft
Die Ausstellung «Farbwelten» von Bettina Groß ist - so Franz Tiedtke, künstlerischer Leiter des Junkerhauses - ein vielgestaltiger Gemäldezyklus, in dem sich die Malerin vornehmlich mit der Natur und Landschaft künstlerisch auseinandersetzt und deren tiefere Wesenhaftigkeit zu ergründen versucht.
Ihre Bilder sind also keine spiegelbildlichen Wiedergaben realer Gegebenheiten, sondern vielmehr eine Art visueller Interpretation innerer Wahrnehmungen und Empfindungen, die sie unter Anwendung ihres umfassenden malerischen Könnens in fein nuancierter Abstraktion und Farbigkeit auf die Leinwand zaubert.
Den Malereien von Bettina Groos wird nachgesagt, poesievolle Nachdichtungen der Natur zu sein, zuweilen in mehreren Strophen - sprich Leinwänden -, die sie phantasievoll zu einer klangvollen Ganzheit zusammenfügt.
In neueren Arbeiten erscheint immer häufiger der Mensch, wenn auch zunächst noch in maskenhafter Tarnung aber vielleicht doch schon als Archetyp eines neuen Sujets. Fragt man danach, was Bettina Groos als Malerin auszeichnet und hervorhebt, so ist es wohl laut Franz Tiedtke vor allem die Unverwechselbarkeit ihrer sensibel artikulierten Bildsprache, voll innerer Ruhe, Harmonie und Wohlklang.
Ihre persönliche Sichtweise erklärte die Künstlerin wie folgt: «Farbe und Linie, Material und Struktur sind die wichtigsten Elemente bei meiner Beschäftigung mit Leinwänden, und aus ihren Verknüpfungen entstehend: Spannungsfelder von Hell- Dunkel, Licht - Schatten, Fläche - Linie, Nähe - Ferne.
Ein Motiv, das dieses Spektrum sehr dicht enthält, ist für mich die Landschaft, die als traditionelles Bildsujet scheinbar so gar nicht ins Bild der Moderne passt, wo Gegenständlichkeit manchmal fast verpönt erscheint.
Aber: Abstraktion kommt überall vor, meiner Beobachtung nach gerade in der Landschaft. Ansichten aus dem fahrenden Auto, Luftaufnahmen, Satellitenbilder - Geschwindigkeit und Entfernung lassen die Landschaft in ihren Grundstrukturen erscheinen: als Muster aus Farben, Formen, Flächen und Kontrasten, die für mich Bildanlass sind.»
Bis zum 29. August
Zu sehen ist die Ausstellung von Bettina Groos bis Sonntag, 29. August. Die Öffnungszeiten des Junkerhauses: Sonn- und feiertags von 12 bis 18 Uhr, mittwochs und samstags von 15 bis 18 Uhr